Wenn Freunde fliegen

Beim Thema Flugreisen hört für viele das Engagement für den Klimaschutz auf. Seitdem ich vor 5 Jahren erfahren habe, wie schädlich das Fliegen wirklich ist, bin ich in kein Flugzeug mehr gestiegen. Doch nicht alle in meinem Umfeld lassen sich überzeugen, dass wir mit dem Fliegen aufhören müssen. Ich frage mich, wie man damit umgehen soll.

Schaut man die Zahlen an, wird es vielleicht eindeutiger, was ich meine: Ein Flug von Berlin nach München erzeugt 282kg CO2/Fahrgast, von Berlin nach London (Hin- und Rück) sind es laut Atmosfair 560kg CO2 pro Fahrgast, geht es in die USA z.B. Frankfurt – New York sind es schon 3652kg (3,6t) CO2 pro Person. Australien und Neuseeland sind über 11.000kg (11 t) CO2. Laut Umweltbundesamt kommt der Durchschnittsdeutsche auf 11,6 t CO2-Emissionen pro Jahr, hier zählt natürlich auch Wohnen, andere Mobilität (Auto, ÖPNV), Energie (Heizen), Ernährung und Konsum mit rein. Damit der Klimawandel nicht weiter voranschreitet, braucht es eine Reduktion des CO2-Ausstoßes – jeder darf nicht mehr als 3t CO2 pro Jahr verursachen, eher noch viel weniger.

Menschen in meinem Umfeld fliegen jedes Jahr, vielleicht sogar mehrfach, in den Urlaub. Ihre Ökobilanz wird dadurch eine Katastrophe. Auch wenn man sich vegan ernährt, kann man eine Flugreise nicht ausgleichen. Von den Ausgleichszertifikaten/Kompensationszahlungen halte ich nicht viel. Sind die Kosten dafür doch lächerlich gering und der Schaden durch das CO2 und die anderen Treibhausgase, die das Flugzeug bei der Verbrennung von Kerosin in die Luft pustet, ist so groß, dass Ausgleichs-Baumpflanzungen zum Filtern der Luft zu spät fürs Klima kommen. Wie verhält man sich also denen gegenüber, die trotz Information immer wieder fliegen?

„Soziale Ausgrenzung führt zu keiner Verhaltensänderung“. Stimmt das?

unbekannte Quelle

Und wie viele Freunde hätte ich noch, wenn ich die, die fliegen, nicht mehr an meinem Leben teilhaben lasse? Ich möchte nicht ständig belehren und schimpfen. Ein harmonisches Miteinander ist mir sehr wichtig. Also dulde ich das falsche Verhalten?

Von sich auf andere schließen, hilft nicht immer

Für mich war es kein großes Drama, nicht mehr zu fliegen. Ich war viel in Schleswig-Holstein im Urlaub: in Alt Duvenstedt am Bistensee oder auch in Büsum, habe Touren in der Umgebung von Kiel gemacht – nach Flensburg, Eckernförde, Weißenhäuser Strand oder auch Preetz. Es gab immer sehr viel Neues zu entdecken, einiges hab ich hier im Blog geteilt.

Ich fürchte, am Ende bleibt einem nur übrig, weiter aufzuklären. Wie umweltschädlich es ganz konkret in Zahlen ist, wenn man fliegt. Vielleicht sollten andere Menschen auch nicht mehr ermutigt werden, in dem wir nach ihren Urlaubserlebnissen fragen? Ein sehr schwieriges Thema. Was sagt ihr dazu?

Interessante Links:

CO2-Rechner vom Umweltbundesamt: www.uba.co2-rechner.de
WWF-Footprint-Rechner www.wwf.ch/de/nachhaltig-leben/footprintrechner

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