Urlaub in der Region – Bistensee

Einfach mal ein paar Tage wegfahren, etwas anderes sehen, in der Natur spazieren gehen und zur Ruhe kommen – im Urlaub wünscht sich der eine oder andere eine Abwechslung zum durchgetakteten Alltag. Dabei ist es nicht notwendig in den Flieger zu steigen, auch im eigenen Bundesland gibt es genug Neues zu entdecken. Für meinen Kurzurlaub Mitte Februar habe ich mir die Region des Bistensees ausgesucht. Ein Urlaub mit beruhigendem Blick auf den See, Winter-Wonderland-Feeling und dem Duft von frischen Pferdeäpfeln…

Der Bistensee liegt im Naturpark Hüttener Berge im Kreis Rendsburg. Der Weg dorthin mittels öffentlicher Verkehrsmittel ist nichts für Gehmuffel. Mit der Bahn geht es bis Rendsburg, von dort weiter mit dem Überlandbus. Steigt man in Alt Duvenstedt aus, heißt es noch weitere vier Kilometer zu Fuß gehen, um am südlichen Ende des Sees anzukommen. Doch schon dieser kleine Fußmarsch half mir, mich von den ersten Alltagsgedanken zu entfernen.

Ausflug ins Nachbardorf
Am See angekommen, verlierte ich mich oftmals im Blick über das Wasser. Der See strahlt eine Weite aus, aber auch gleichzeitig eine Ruhe. Der Wind stand die ersten beiden Tage günstig, so dass ich kaum Autogeräusche von der naheliegenden Autobahn hörte. Ich machte mich jeden Tag auf, die Umgebung zu erkunden. Mit einer Wanderkarte ausgerüstet, ging ich den ersten Tag zum Nachbardorf Holzbunge. Das Wetter war kalt und auch etwas diesig, aber das machte mir nichts. Das mulmige Gefühl alleine im Wald entlang der Wanderroute zu gehen, überwand ich durch das Fotografieren. Ich kam zu einer Lichtung zwischen zwei Waldstücken, dieser Ort strahlte eine Offenheit und Freiheit aus und es schien, als gäbe es absolut keine Geräusche in der Umgebung. Ich hörte nichts. Absolut nichts. Lange verweilte ich dort, bis ich beschloss noch weiter zu ziehen.


Einige Waldteile sahen verschneit aus, dabei muss es Raureif gewesen sein. Schnee löst bei mir und vermutlich bei vielen anderen Menschen, erstmal positive Gefühle aus. Wenn er fällt, sinken die Flocken fast schwerelos zu Boden, sie fliegen und tanzen in der Luft. Dann bedecken sie sanft den Boden, die Bäume und die Sträucher. Alles ganz ohne einen Ton von sich zu geben. Schnee ist leise. Die weiße Farbe wirkt leicht und rein. In den weißen Teilen des Waldes kam bei mir richtige Winter-Wonderland-Stimmung auf. Richtig schön.


Mein Weg führt mich weiter, an Feldern vorbei, die in Winterruhe liegen. Die Route war auch für Reiter ausgewiesen, das konnte ich an den unterschiedlich frischen Pferdeäpfeln auf meinem Weg erkennen. Ein beruhigender Gedanke, dass hier immer mal wieder jemand vorbeikommt und ich nicht ganz alleine umherwandere. Letztendlich traf ich aber erst auf dem Rückweg zwei Personen mit Hund und Pferd. Die dunklen Waldabschnitte erfüllten mich eher mit einem Angstgefühl, das ich nicht genauer eingrenzen konnte. Hatte ich Angst vor wilden Tieren? Oder eher Angst vor Menschen, die plötzlich auftauchen könnten? Ich beschloss mir keine Sorgen zu machen und ging immer weiter. Nach einer Weile kam ich in Holzbunge an, ein kleiner Ort mit um die 320 Einwohner. Viele schienen Pferde zu haben, auf einem Hof muhten eine Reihe von Rindern wild durcheinander und schauten mich ganz neugierig an, als ich an ihnen vorbei ging. Dann ging es wieder zurück und ich machte noch einmal Halt auf der stillen Lichtung. Auf der Bank setzte ich mich trotz Kälte und aß meinen Proviant.

Der Rundwanderweg
Für die Wanderroute, die ca. 4,5 Kilometer lang sein soll, stand eine geschätzte Zeit von 1 Stunde auf der Wanderkarte. Ich brauchte drei Stunden, was mich zu der Entscheidung brachte, dass ich eine Seeumrundung mit zwölf Kilometern wohl nicht in den vorgegebenen drei Stunden schaffen würde. Trotzdem wollte ich zumindest einen Teil des Rundwanderwegs in Angriff nehmen und ging am zweiten Tag in die andere Richtung am See entlang. Diese Route gefiel mir gleich viel besser, da es ein offener und mehr an Feldern gelegener Weg war. Es gab auch kleinere Waldabschnitte, aber in der Ferne konnte man immer den See erkennen. Nach 90 Minuten kam ich dann zu einem Rastplatz direkt am Seeufer. Die Oberfläche vom See war gefroren, an den Bäumen und Sträuchern hingen Eiszapfen. Ich setzte mich auf die Bank und fühlte den Moment. Erneut Stille. Nur das leise Knacken der Eisoberfläche war zu hören. Die Sonne strahlte und die Eiszapfen wurden locker und fielen auf die dünne Eisschicht auf dem See. Es waren wohl um die drei Kilometer, die ich bis hierhin zurückgelegt hatte. Nun kehrte ich wieder um.

Für meine Übernachtung und Verpflegung hab ich ein sehr günstiges Angebot im Seehotel Töpferhaus gewählt. Im einzigen Restaurant dort gibt es nur sehr hochpreisige Mahlzeiten, die aber auch recht üppig ausfallen. Es ist zu meinem Standard geworden, eine Tupferdose dabei zu haben, daher hab ich meine Essensreste stets als Wanderproviant mitgenommen. Mein Aufenthalt war von Montag bis Donnerstag. Leider öffnete erst am Mittwochnachmittag das schöne Keramikcafé direkt neben dem Seehotel. Das Café ist wie eine andere Welt. Der Kuchen selbstgebacken, frisch duftend, stand in der Vitrine. Das Stück kostet weniger als zwei Euro, dazu einen leckeren Kaffee für unter zwei Euro. Noch während ich dort saß, füllte sich das Café mit vielen unterschiedlichen Menschen. Es scheint wirklich sehr beliebt zu sein. Als ich mein Kuchenstück aufgegessen hatte, entdeckte ich, dass sie nun einen weiteren frischen Kuchen in die Vitrine stellte: mit Schokolade! Oh nein, hätte ich das vorher gewusst… ich hätte den Kuchen gegessen. Da ich am Donnerstag schon mittags abreisen wollte, beschloss ich gegen Abend noch einmal vorbeizuschauen und den Schokokuchen zu essen. Sehr, sehr lecker, muss ich sagen! Es war eine Art russischer Zupfkuchen, aber auch mit Kirschen. Ich empfehle jeden dort einmal Kuchen zu probieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.