Neue Binden aus aussortiertem Molton

Seit sieben Jahren bin ich großer Fan von alternativer Monatshygiene. Sie ist viel besser für die Scheidenflora und ich spare Zeit und Geld für Periodenartikel. Vor allem mit waschbaren Binden und Mentruationsunterwäsche hab ich gute Erfahrungen gemacht. Doch so langsam wurde es Zeit für neue Binden. Da kam es mir gerade gelegen, dass ein alter Molton-Matratzenschoner aussortiert wurde.

Warum alternative Monatshygiene?

Konventionelle Tampons bestehen ja nur aus Baumwolle, warum sollte das falsch sein? Nun, Baumwolle braucht sehr viel Wasser zum Wachsen, laut WWF braucht es 11.000 Liter Wasser um 1 Kilogramm Baumwolle herzustellen. Baumwolle wird zudem oft in Monokulturen angebaut, was dazu führt, dass die Pflanzen nicht besonders widerstandsfähig sind und Schädlinge leichtes Spiel haben – also werden Pestizide gesprüht. Um die Baumwolle dann so strahlend weiß zu bekommen, wird sie zudem gebleicht. Und so ein Produkt will ich in meinen Körper einführen? Wohl eher nicht. Bio-Tampons mögen ohne Pestizide auskommen, der Wasserverbrauch bleibt und es entsteht mit jeder Periode Müll.

Daher wechselte ich 2014 zu Menstruationstassen – meist in Kombi mit waschbaren Binden. Mit den Jahren bekam ich aber immer stärkere Regelschmerzen und Krämpfe; das Einführen von Mooncups während der Blutung wurde für mich immer unangenehmer. Daher verwende ich seit einiger Zeit nur noch Binden und Menstruationsunterwäsche. Über die Jahre habe ich mir immer mal neue Slipeinlagen gekauft, bei unverpackt gibt es welche für ca. 15 Euro in verschiedenen Längen und Stärken. Vor kurzem hab ich aber auch in den Drogerien waschbare Binden gesehen, 5-7 Euro das Stück. Doch als bei uns zuhause ein Molton-Matratzenschoner aussortiert wurde, dachte ich mir: Ich kann auch mal selbst Binden nähen.

Waschbare Monatsbinden aus Molton selbst nähen

Als Vorlage hab ich die Binden genommen, die mir bisher von Passform und Tragekomfort am besten gefallen haben. Eine schlichte Flügelbinde, die Hauptfläche ist rechteckig mit den Maßen 8x24cm.

Zuerst hab ich mir eine Kartonschablone erstellt, einmal mit Flügel und einmal nur die Innenfläche. Danach ging es ans Zuschneiden der Einzelteile:
1x die Außenhülle mit Flügeln (auf buntem Stoff), 1x die Innenfläche mit Flügeln aus Molton und mehrere Schichten Molton für Innen ohne Flügel.

Je nachdem ob es für die leichten oder stärkeren Tage sein soll, ist es möglich mehrere Innenschichten übereinander zu legen und am Rand zusammenzunähen. Dann fixiere ich die Schichten an der oberen und unteren Kante an der Innenfläche. Als nächstes nähe ich dann die Außenhülle und die Innenfläche einmal ringsum am Rand zusammen. Zum Schluss kommen noch die Druckknöpfe an die Flügel.

Einfache Handhabung,
lange Haltbarkeit

Zu beachten ist, dass die selbstgenähte Variante von mir keine wasserundurchlässige Schicht beinhaltet und daher kann es bei starken Blutungen auch sein, dass Blut durch alle Schichten hindurchsickert. An den leichten Tagen sind die selbstgemachten Einlagen aber ideal. Sie sind angenehm auf der Haut, riechen nicht nach Plastik (wie die Einwegbinden) und lassen sich einfach reinigen. Ich wasche sie immer nach dem Tragen mit kaltem Wasser aus, bei warmen Wasser gerinnt das Blut und es gibt Flecken. Dann lagere ich sie vorgewaschen in einem Stoffbeutel und beim nächsten Waschen mit der Maschine gebe ich den Beutel als ganzes hinein. Wer nur helle Farben benutzt, kann die Binden auch im Kochtopf oder in der Maschine kochen.
Bei den gekauften Binden hab ich nach mehreren Jahren bemerkt, dass sich die Innenschichten lösen und es nur noch teilweise eine saugfähige Fläche gibt. Oftmals geht an den Rändern dann doch mal was daneben. Um das zu verhindern, haben meine Binden festgenähte Innenschichten. So sollte nichts verrutschen oder sich lösen. Falls doch, wäre es sogar möglich, sie teilweise zu öffnen und neu festzunähen.

Wer Geld und vor allem Müll sparen will, dem empfehle ich auf alternative Monatshygiene umzusteigen. Die waschbaren Binden lassen sich jahrelang wiederverwenden.

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