Nachhaltiges Stricken – geht das?

Viele fragen sich jetzt vielleicht: wieso ist Stricken nicht nachhaltig? Nun, die Wolle ist das eine Problem. Die Nadeln das andere.

Wolle ohne Tier und ohne Kunststoff?

Für Tierfreunde ist Schafswolle nicht die richtige Wahl, da Umstände der Haltung infrage gestellt werden können. Aber in anderen Wollsorten ist meist Acryl, Polyester usw. Damit die Wolle schön kuschelig und weich ist, wird oft ein gewisser Grad an Kunststoffanteil beigefügt. Ein Problem, wenn man bedenkt, dass auch hier Erdöl in der Produktion verwendet wird. Und was passiert beim Waschen? Lösen sich die Fasern ab und werden irgendwann zu Mikroplastik?

Was ist also die Lösung? Zum Beispiel gibt es Textilgarn. Das kann man kaufen oder sogar selbst herstellen. Alte Bettwäsche oder Tshirts kann man so schneiden, dass ein langer Faden daraus wird: eine Anleitung dazu findet ihr in diesem Youtube-Video:

 https://www.youtube.com/watch?v=oqyhNDSXEfg


Eine andere Alternative ist Baumwollgarn. Bei Wolle&Hobby in der Ringstraße hab ich vor kurzem ein sehr schönes Farbverlaufsgarn gefunden, komplett aus Baumwolle. 50 Gramm für 4,20 Euro, ein normaler Preis für gute Wolle. Ich hab mir da mal eben eine neue Mütze draus gestrickt.

Interessant klingt auch das Tencelgarn, was aus Bambus und Cellulose.

Die richtigen Nadeln

Holznadeln wären wohl die natürlichste Variante. Bei Rundstricknadeln kommt allerdings das Problem hinzu, dass das Verbindungskabel aus Plastik ist. Möglich ist es Holznadeln zu kaufen, die einen Schraubverschluss haben, um dort jeweils ein Kabel mit einer gewissen Länge einzuschrauben.

Es gibt eine Riesenauswahl an Nadeln: aus Holz, Metall, Kunststoff – als Nadelspiel oder Rundstricknadel. Meine neuste Entdeckung: die bunten Nadeln (ganz rechts) aus Birkenholz mit abnehmbarem Kabel.

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