Nachhaltig reisen – Flitterwochen auf Rügen

Nachdem es uns gelungen ist eine vegane und annähernd müllfreie Hochzeit zu feiern, verbrachten wir die Hochzeitsnacht im Wälderhaus in Hamburg und unsere Flitterwochen auf Rügen. Die Insel ist gut erreichbar mit der Bahn, die direkt nach Bergen und Binz fährt. #UnbezahlteWerbungDurchFirmennennung

Eine Nacht im Wälderhaus

Wenn schon Hotel, dann bitte eins mit nachhaltigem Konzept – das war unser Motto bei der Suche einer Bleibe für die Hochzeitsnacht. Fündig wurden wir im Wälderhaus in Hamburg, das einen gut durchdachten Eindruck macht. Und unserer Erwartungen wurden auch erfüllt. Schon beim Bau wurde auf ökologische Materialien gedacht. Das verbaute Holz stammt aus Deutschland und Österreich.

Das Gebäude wurde im Stil eines Passivgebäudes designt und soll in allen Bereichen energiesparend sein. Beim Verlassen des Zimmers schaltet sich zum Beispiel das Licht von alleine aus. Ebenso wird auf Müll- und Plastikvermeidung geachtet. Seife im Bad gab es von „Stop the water while using me“ in großen Behältern, die vermutlich immer nachgefüllt werden. Im hauseigenen Restaurant „Wilhelms“ gibt es viele Gerichte mit regionalen Zutaten. Leider war unser Zeitplan doch etwas eng geknüpft, sodass wir keine Gelegenheit hatten uns auch die Ausstellung im Haus anzusehen. Wir hatten schließlich noch eine längere Bahnfahrt nach Rügen vor uns.

Mit der Bahn nach Rügen

Schon im Voraus hatten wir unsere 3,5-stündige Bahnfahrt mit dem IC gebucht. Ohne Umsteigen ging es direkt bis nach Bergen, wo wir dann in einen Bus umstiegen, der uns nach weiteren 30 Minuten in unserem Zielort Ralswiek absetzte.

Dort hatten wir ein Arrangement im Schlosshotel Ralswiek gebucht. Die Idee mit dem Schlosshotel kam uns, weil wir eigentlich immer in einem Schloss heiraten wollten, dafür aber nicht die nötigen Mittel haben. So wollten wir uns zur Hochzeit zumindest ein bisschen herrschaftlich fühlen.

Tatsächlich war der Umstieg von Wälderhaus zu Schlosshotel ziemlich hart. Da es im Schloss nicht so sehr um Nachhaltigkeit ging. Dennoch waren einige Punkte schon ganz gut gelöst. Zum einen gab es eine „Green Option“ für die Zimmerreinigung, mit diesem Schild an der Tür verhinderte man, dass jeden Tag alles geputzt und ausgetauscht wurde. Zur Belohnung gab es sogar einen 5-Euro-Gutschein fürs Restaurant oder Wellness. Zudem wurde auf Mülltrennung geachtet und es gab auch keine unnötigen Plastikteile im Bad.

Genug Essen für Vegetarier

In unserem Arrangement war auch jeden Abend ein 3-Gänge-Menü enthalten. Leider gab es als Hauptspeise und oft als Vorspeise Fisch- oder Fleischgerichte. Als Vegetarier oder Veganer konnte man sich etwas anderes von der Karte aussuchen. Es gab nur drei vegetarische Gerichte + Salat, aber das Personal zeigte sich flexibel und brachte mir auch „nur“ einen Beilagenteller mit Kartoffeln und Pilzen oder auch gebratenen Pastinaken. Allerdings führte das dazu, dass die Portionsgröße immer viel zu groß war. Auch wenn wir dem Personal sagten, dass wir eine kleine Portion wollen, war es immer extrem reichlich. Damit nichts weggeschmissen wird, haben wir uns jeden Tag fast gequält aufzuessen. Zwar hatten wir eine Tupperdose dabei, aber ja keine Möglichkeit das Essen wieder aufzuwärmen und nicht alles schmeckt kalt am nächsten Tag auch noch gut…. Positiv war, dass es abends immer Stoffservietten gab und auch sonst fiel mir nichts negativ auf. Mittags sah es da leider etwas anders aus, als wir dann einen Kiba bestellten, gab es einen Plastikstrohhalm dazu. Auch wurde tagsüber der Kuchen und Kaffee mit unnötigen Einwegservietten serviert.

Schwierige Fortbewegung auf der Insel

Da wir selbst kein Auto haben und wollen, hatten wir uns vorgenommen nur mit Bus und Bahn zu reisen. Natürlich limitierte das unsere Flexibilität. Da wir auch noch in der Nebensaison und den Herbstferien Urlaub machten, fuhr am Tag genau 1 Bus vormittags nach Bergen. Alle Reiseziele, die wir uns vorher überlegten, entpuppten sich als zu weit weg. Da wir mindestens 90 Minuten oder sogar mehr als 2 Stunden brauchten, um dort hin zu kommen, war es uns nicht möglich rechtzeitig zum Essen wieder zurück zu sein. Daher machten wir nur einen Ausflug zum:

Baumwipfelpfad in Prora

Im Naturerbe-Zentrum Rügen gibt es einen total schönen Pfad, der es den Besuchern ermöglicht bis in 40 Meter Höhe zu spazieren und dabei viele Informationen zu Bäumen und der Tierwelt ringsherum zu erfahren. Besonders beeindruckend ist der Aussichtsturm, der um eine 30 Meter hohe Rotbuche gebaut wurde. Wir hatten echtes Glück mit dem Wetter, sodass wir bei schönem Sonnenschein, aber gerade mal 8-9 Grad, den Aufstieg wagten. Tatsächlich merkten wir mit jeder Etage, die wir höher kamen, dass wir nicht ganz so höhentauglich sind. Aber die hohen Geländer und der stete Blick nach oben halfen uns die Strecke bis nach ganz oben zur Aussichtsplattform zu bewältigen. Von dort gibt es einen wunderschönen Blick über den Wald und auch den Bodden.

Vor und nach dem Pfad aßen wir im Restaurant vor Ort. Besonders gut: es gab auch Bio-Gerichte und einige vegetarische und vegane Sachen zur Auswahl. Das Essen war total lecker. Im Shop des Naturerbe-Zentrums gab es viele regionale und nachhaltige Produkte aus Holz zu erwerben. Vor allem Sanddorn in allen Variationen gab es hier, aber auch Saatmischungen für Blühwiesen oder allerhand Holzdeko. Der Baumwipfelpfad hat eine eigene Bushaltestelle „Forsthaus Binz“, von dort fährt ein Bus direkt nach Bergen.

Waldbaden und Wandern

An den verbleibenden Tagen im Schlosshotel machten wir täglich eine kleinere Wanderung und genossen die frische Waldluft. Wir erkundeten die Umgebung in alle Richtungen so weit wir es schafften. Das war sehr entspannend und ich würde mal sagen: gut für die Gesundheit!

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