Mein Ruhepol und Kraftort

Um das Thema Nachhaltigkeit kann man sich nur kümmern, wenn sonst keine elementaren Probleme im Leben bestehen. Eine gewisse Resilienz, emotionale Stabilität, ist erforderlich, um überhaupt handeln zu können. In stressigen Zeiten hilft es mir, meine Verbindung zur Natur zu stärken.

Mindestens einmal pro Woche mache ich einen Spaziergang. Am liebsten gehe ich dafür auf Friedhöfe. Das ist nicht makaber, im Gegenteil, jeder Friedhof ist ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit. Es gibt dort viel Natur, Sitzbänke, so gut wie keinen Müll und oft sind nur wenig Menschen unterwegs. Immer wieder entdecke ich dort etwas Neues. So gibt es an mehreren Orten meterbreite Blühstreifen (wie im Titelbild zu sehen). Friedhöfe sind ein Paradies für viele Wildtiere. Kaninchen und Eichhörnchen hab ich unzählige getroffen. Vor allem die kleinen Nussliebhaber hab ich ins Herz geschlossen – ich bezeichne sie gern als meine Krafttiere. Denn wann immer ich sie sehe, geht es mir gut. Aber nicht nur die Tiere haben es hier gut, auch die Bäume werden hier gut gepflegt. Sie strahlen unfassbare Ruhe aus. Bei einem Regenschauer bieten sie Schutz, bei starker Hitze kühlenden Schatten. Zum Träumen laden die kleinen Pilzkolonien ein, die gerade überall zu sehen sind. Barfuß fühle ich auch die Wärme, leichte Feuchte oder die robuste Struktur der Erde oder des Grases unter mir. Manchmal beobachte ich einfach das Glitzern eines einzelnen Tautropfens auf dem Grashalm vor mir. Ein unfassbar wertvoller Ort!

Hier ein paar Impressionen:

Bei meinem letzten Spaziergang schritt ich barfuß durch den Park, achtsam bei jedem Schritt. Ich hörte, wie ein Eichhörnchen im Baum eine Nuss knusperte. Ein paar Meter weiter, sah ich auf dem Boden ein Kaninchen sitzen. Einen kurzen Moment hielt es inne, bevor es weiter hoppelte. Und ich fühlte mich frei von Sorgen und verbunden mit allem um mich herum.
Einfach mal den Kopf ausschalten und fühlen, sich treiben lassen und nur sein – das ist für mich das beste Rezept, um den Zugang zur Natur wieder zu spüren.

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