Lesetipp: Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags

Quelle: Rowohlt Verlag

Das Thema Minimalismus ist für mich immer mit bewussten Konsum bzw. Konsumverzicht verbunden. Und auch wenn ich seit Jahren minimalistisch lebe, gibt es immer wieder Phasen, in denen ich auf Literatur stoße, die mich weiter animiert, auszumisten. So war es auch mit dem Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston. #unbezahlteWerbung

Meine letzte Ausmist-Phase war 2016. Damals hab ich viel aussortiert, verschenkt, weitergegeben oder auch verkauft. Ich fühlte mich so viel wohler mit dem Freiraum, der dadurch entstanden war. Anfang diesen Jahres hab ich mich auch mit dem Thema Feng Shui mehr beschäftigt, um die Energien in meinem Zuhause noch besser zu lenken. Umso interessanter klang der Titel dieses Aufräum-Ratgebers von Karen Kingston.

Wie Gerümpel unser Leben blockiert

Kingston beginnt in ihrem Buch damit zu erklären, was ihrer Meinung nach Gerümpel ist und warum Menschen es horten. Sicherheit, gesellschaftlicher Status und Identität sind nur einige der Gründe. Doch wer seine Persönlichkeit im Außen sucht, wird damit langfristig kaum Erfolg haben.

„[…] der Krempel [ist für viele] ein physischer Ausdruck des eigentlichen Problems. Es gibt stets tieferlegende Gründe, warum sich Dinge anhäufen.“

Natürlich gibt es Buch an dieser Stelle keine psychotherapeutischen Ratschläge. Es richtet sich auch nicht wirklich an Messies, da das krankhafte Ansammeln von Dingen nicht mit einem Buch oder einer Radikalkur geheilt werden kann. Das Buch richtet sich viel mehr an den allgemeinen Bürger, der gemerkt hat, dass sein Umfeld nicht die Energie ausstrahlt, die ihm gut tut.

Mit Feng Shui die Energie richtig leiten

Praxisnah und leicht verständlich finde ich das Kapital zum Bagua-Raster. Dort wird erklärt wie jeder Raum in 9 Bereiche unterteilt werden kann, die alle einer bestimmten Lebensenergie entsprechen, wie Wohlstand, Partnerschaft oder Gesundheit. Je nachdem, wo das Gerümpel sich ansammeln, stockt auch die Energie im eigenen Leben, so Kingston.

Durch meine vorherigen Recherchen zum Thema Feng Shui hatte ich bereits einige Bereiche in unserer Wohnung umgestaltet. Einiges ist, wie ich finde, grundrisstechnisch schwer in Griff zu kriegen. Oder ich kenne noch nicht alle Kniffe, um Bereiche aufzuwerten. Aber der Ansatz, bestimmte Bereich von Gerümpel frei zu halten, hat mich durchaus mehrfach motiviert, nochmals auszumisten und mir genauer anzusehen, wie unser Zuhause energetisch aufgebaut ist.

Im folgenden Teil geht Kingston auf verschiedene Gerümpelarten ein: Papier, Fotos, Virtuelles, Ungeliebtes, ungenutztes Zeug usw. Selbst Dinge, die einfach nur negative Assoziationen auslösen, gelten für sie als Gerümpel.

Nicht nur materiell ausmisten

Kingston hat einen Faible für Kartons. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie 5-10 Kartons mit unterschiedlichen Bestimmungen empfiehlt, um Herr über sein Gerümpel zu werden. Vom: Muss-woanders-hin- bis zum Muss-repariert-werden-Karton. Nachdem im offensichtlichen Bereich alles geordnet wurde, geht Kingston aber noch weiter. Und diesen ganzheitlichen Ansatz finde ich wirklich gut. Es geht auch darum, seine Einstellung zu ändern und seine Gefühle zu entrümpeln. Etwas überrascht war ich vom Kapitel „Den Körper entrümpeln“ und dann einer detaillierten Erklärung zu Darmreinigung. Als jemand, der schon öfter gefastet hat, war mir das tatsächlich fast alles bekannt. Ich hab es nie im Zusammenhang mit Ausmisten gesehen, aber irgendwie stimmt es, dass nicht nur das Außen manchmal voller Gerümpel ist, sondern auch die inneren Bereiche und dadurch wird die Lebensenergie beeinflusst.

Mein Fazit: motivierend auch für Fortgeschrittene

Da ich nun schon seit Jahren mich mit dem Thema Aufräumen und Aussortieren beschäftige und Neues nur nach vielen Überlegungen und Abwägungen anschaffe, dachte ich auf einem Endlevel beim Ausmisten zu sein. Aber tatsächlich hab ich durch das Buch noch einige Motivationsschübe bekommen, um weitere Bereich anzugehen. Habe im Keller noch Ordner aussortiert, meine Inline-Skates, die ich einfach seit Jahren nicht mehr nutze, zum Verschenken freigegeben. Genau wie meinen PC, den ich seit 2 oder 3 Jahren im Keller hatte. Nun bin ich mir absolut sicher, dass ich ihn nicht mehr brauche und nur noch am Laptop arbeite. Ein Thema, bei dem ich noch nicht weiter kam, obwohl ich es mir vornahm, sind die letzten 10 Kinderfotos, die ich von mir habe. Jedes Mal wenn ich sie ansehe, kann ich mich nicht trennen, egal wie sehr ich vorher entschlossen war, dass sie nun wegkönnen. Nunja, mit 10 Fotos im Ordner im Keller kann ich leben, andere Leute haben da ganz andere Dimensionen an Fotobergen zu bewältigen.

Ich kann das Buch Anfängern genauso empfehlen wie Fortschrittenen im Bereich des Ausmistens. Man sollte sich nur Zeit lassen bei der Umsetzung. Ich denke, nicht jeder kann gleich das komplette ganzheitliche Programm bis zur Darmreinigung bewältigen. Lieber in kleinen Schritten immer mal wieder ausmisten und die Bereiche wechseln, dann schärft man mit der Zeit auch die Sinne für die wesentlichen Dinge im Leben und erkennt Gerümpel bevor es die Energie blockiert.

Das Buch gibt es übrigens in der Stadtbücherei Kiel.

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