Jute – eine gute Alternative?

Immer wieder werden Jutebeutel als Alternative für Plastiktüten angepriesen. Doch was wisst ihr eigentlich über Jute? Ich hab ein paar Informationen über diesen Stoff zusammengetragen und auch die Jutetaschen eines Kieler Unternehmens genauer betrachtet.

In Kiel gibt es einen Großhändler für nachhaltige Einkaufstaschen aus Jute und Baumwolle: Jute statt Plastik. Ich kam vor einem Jahr zufällig zu einer Jute-Baumwolltasche, als Goodie für eine volle Stempelkarte bei unverpackt. Seitdem benutze ich die Tasche jede Woche mehrmals zum Einkauf. Sie ist sehr robust und eignet sich auch zum Transport von schweren Gläsern und Flaschen. Doch mit dem Stoff, aus dem die Tasche gemacht ist, hatte ich mich bisher nicht auseinander gesetzt.

Materialkunde Jute

Laut Spektrum der Wissenschaft ist Jute eine Faserpflanze, die unter anderem in Indien und in den Tropen angebaut wird. Es ist eine einjährige Pflanze, die 3 bis 6 Meter hoch wird (Lexikon der Gewebe). Anbau und Transport verursachen einen hohen Wasser- und Energieverbrauch, Eutrophierung und Versauerung, so die Deutsche Umwelthilfe. Pestizide kommen angeblich kaum zum Einsatz. Genutzt wird die pflanzliche Bastfaser für das Herstellen von Kaffee- und Kakaosäcken, Teppichen, Tischdecken und Vorhängen. Das Material ist wenig dehnbar, dafür stark belastbar und hat eine saugfähige Oberfläche, die das Bedrucken vereinfacht.

Ökologisch sinnvoll?

Damit Jute wirklich besser ist als Einwegtüten, müssten die Jutetaschen mehr als 30 Mal benutzt werden, so die Deutsche Umwelthilfe. Der Hersteller „Jute statt Plastik“ beschichtet seine Jutetaschen auf der Innenseite mit LDPE, einem Kunststoff. Damit sie besser auswischbar ist, heißt es in der Produktbeschreibung. Laut Stiftung Warentest soll bei dieser Kunststoffart die Menge der Rückstände, die in Lebensmittel übergehen kann, gering sein. Weichmacher sollen nicht enthalten sein. Milchkartons sollen auch von innen mit LDPE beschichtet sein, so die Verbraucherzentrale.

Fazit

Jutetasche klingt erstmal toll, ist aber bei näherer Betrachtung doch nicht unbedingt ökologisch: (immerhin faire) Produktion in Indien, Transport nach Europa, Kunststoffbeschichtung auf der Innenseite. Auf den ersten Blick ist so eine dünne Plastikschicht ja nicht unbedingt zu erkennen. Wer Plastik meiden möchte, ist mit dieser Tasche also nicht wirklich gut bedient. Die Tasche ist durch diesen Zusatz auch nicht mehr kompostierbar, sondern gehört recycelt.

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