Jede Fastenkur ist anders

Zweimal im Jahr gönne ich mir eine ausgiebige Fastenzeit. Meine Methode: 7 Tage Fasten nach Buchinger. Dafür nehme ich mir extra Urlaub, denn für mich geht es nicht nur um den Verzicht auf feste Nahrung, sondern auch um das Abwerfen von seelischem Ballast.

Meine ersten drei Fastenkuren hab ich unter Begleitung einer fastenerfahrenen Ernährungsberaterin gemacht. Zudem gab es medizinische Untersuchungen, die mir neben den gefühlten positiven Effekten auch eine besondere Wirkung des Fastens auf meine Gesundheit bestätigten. Alles in allem liefen diese begleiteten Kuren so ideal ab, dass ich seither alle 6 Monate in Eigenregie faste.

Energie aus den eigenen Fettreserven

Was passiert eigentlich beim Fasten? Kurz gesagt: der Körper schaltet auf den Fettstoffwechsel um. Da von außen keine feste Nahrung, sondern nur Gemüsesäfte und Brühe zugeführt werden, holt sich der Körper seine Energie aus den eigenen Fettdepots. Diese Umstellung kann bis zu 3 Tage dauern und ist auch bei mir nicht selten von Unwohlsein oder Kopfschmerzen geprägt. Doch spätestens am vierten Tag geht es mir gut und ich strotze nur so vor lauter Energie. Das liegt daran, dass der Körper sonst für die Verdauung viel Energie benötigt, die nun frei wird, um sich anderen Prozessen im Körper zu widmen. Zum Beispiel der intensiveren Autophagie, der Zellreinigung. Falsch gefaltete Proteine und andere Zellbestandteile, die nicht gebraucht werden, kann der Körper nun abbauen. Immer wieder wird hier der Begriff Detox, also Entgiften, oder auch Entschlacken benutzt. Sicherlich werden beim Fasten auch Schadstoffe aus dem Gewebe gespült. Daher ist es wichtig viel zu trinken: 2-3 Liter am Tag. Aber nur Wasser, infused Water (also Zitronenscheiben im Wasser) oder ungesüßte Kräutertees.

Eine Pause für den Darm

Um dem Körper das Umschalten in den Fettstoffwechsel zu erleichtern, wird häufig empfohlen am ersten Fastentag ein Abführmittel zu nehmen, zum Beispiel Glaubersalz. Das habe ich bisher auch immer getan. Musste aber feststellen, dass mein Magen immer empfindlicher auf das Salz reagiert und ich mit starker Übelkeit zu kämpfen hatte. Nach Rücksprache mit meiner Fastenberaterin werde ich das Glaubersalz beim nächsten Mal weglassen und nur täglich Einläufe machen, um den Darm zu reinigen. Das ist wichtig, damit die Abfallstoffe, die dort lagern, nicht wieder über die Darmwand aufgenommen werden. Auch im Darm finden Säuberungsprozesse während des Fastens statt. Vor allem aber richtet sich das Mikrobiom, also die Bakterienflora, neu aus. Schädliche Bakterien, die vielleicht durch zu zuckerhaltiges Essen vermehrt im Darm vorkommen, wird die Nahrung entzogen und sie werden weniger. Ungünstige Bakterien können auch Ursache für Beschwerden wie Blähungen oder Verstopfungen sein. Beim Fasten wird der Darm quasi saniert.

Emotionalen Ballast abwerfen

Wenn ich fasten möchte, bereite ich meinen Körper auf den Nahrungsverzicht vor, indem ich zwei Entlastungstage mache. An diesen Tagen esse ich nur noch bestimmte Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen. Aber auch mental bereite ich mich auf das Fasten vor. Es ist fast schon rituell, wie ich mich von den Mahlzeiten verabschiede. Während der Fastentage nehme ich sehr bewusst wahr, was ich gerade brauche. Sei es Bewegung, Entspannung, leichte oder anspruchsvolle Literatur. Nicht selten kommt es dazu, dass ich während des Fastens mich auch mental neu ausrichte. Dass ich Lösungen sehe, wo ich vorher verzweifelte oder sogar die Auseinandersetzung mit Themen verdrängte. Die Fastenzeit ist für mich immer eine Zeit, in der ich neuen Mut auf eine gesunde Zukunft schöpfe. Ich fühle, wie mein Körper ohne feste Nahrung funktioniert. Ich bin energiegeladen und merke wie gut ich die Zeit für mich nutzen kann. Intensive Self-Care.

Mein Tipp: erstes Fasten nur in Begleitung

Das Thema Fasten umfasst so viel mehr und es gibt Unmengen an Literatur dazu. Obwohl ich schon viel darüber gelesen und gesehen habe, lese ich trotzdem jedes Mal zum Fastenbeginn in einem Fastenbuch. Zur mentalen Einstimmung. Empfehlenswert finde ich diese drei Bücher, die es in der Kieler Stadtbücherei auszuleihen gibt:

Meine Lesetipps fürs Fasten: „Bewusst Fasten“ von Rüdiger Dahlke, “ Buchinger Heilfasten – Die Original Methode“ und „Heilfasten für dummies“.

WICHTIG: Ich bin zwar erfahren im Fasten, will hier aber keine Anleitung oder medizinischen Rat geben. Ich empfehle allen, die das Fasten ausprobieren wollen, zuerst eine angeleitete Fastenkur zu machen. Also mit Betreuung durch fastenerfahrene Heilkundige.

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