Buchtipp: Das kann doch weg

Quelle: Integral Verlag

Bücher zum Thema Minimalismus bringen mir immernoch viel Inspiration, auch wenn ich schon seit über zwei Jahren an dem Thema dran bin. Dieses Buch wurde mir empfohlen. Es bietet sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene Minimalismus-Interessierte Anregungen.

Fumio Sasaki beschreibt darin seinen Weg zu der Erkenntnis, dass materieller Besitz ihn nicht zum Glück führen wird. Stattdessen reduziert er seinen Besitz auf ein Minimum und erfährt so, wie es ist, sich von Überflüssigem zu trennen und damit mehr Zeit zu haben und dankbarer zu sein. Anfangs beschreibt Saski, was Minimalismus für ihn bedeutet:

„Ein Minimalist ist jemand, der weiß, was für ihn wirklich essenziell ist, jemand der sich von Besitz zugunsten der Dinge trennt, die ihm wirklich etwas bedeuten.“

Minimalismus ist für ihn kein Ziel, sondern eine Methode, um herauszufinden, was einem wirklich etwas bedeutet. In unserer Überflussgesellschaft fällt es den meisten Menschen schwer, das zu erkennen. Im nächsten Schritt gibt der Autor 55 Tipps, wie man sich dem Thema Minimalismus ganz persönlich nähern kann. Dabei geht es darum, zu erkunden, warum sich selbst so schwer tut mit dem Wegwerfen. Dass es einfacher ist erst Müll wegzuwerfen, dann Dinge wegzugeben, die man mehrfach hat oder was man über ein Jahr lang nicht benutzt hat. Im Anschluss an diese Praxistipps werden 15 Denkanstöße für fortgeschrittene Minimalisten gegeben. Fumio Sasaki ist der Auffassung, dass Minimalismus nur der Beginn ist, um ein Leben zu führen, dass einen glücklich macht, dass man selbst gestaltet.

Erlebnisse sind wichtiger als Dinge

Man muss nicht auf das Glück warten, jeder kann in dem Moment, der gerade ist, glücklich sein. Das Warten auf den Urlaub, den Hausbau, die Familiengründung oder den Ruhestand macht uns nicht glücklich. Das Leben im Jetzt tut es. Mit etwas mehr Achtsamkeit erscheint das Leben eines Minimalisten so viel reicher an Eindrücken, Erlebnissen und Glücksmomenten.

Das Buch von Fumio Sasaki habe ich als eBook in der Stadtbücherei Kiel ausgeliehen und sehr schnell durchgelesen. Es ist einfach geschrieben, lässt sich auch gut in kleinen Portionen zwischendurch lesen und ist in sich stimmig. Es kann als Leitfaden für ein minimalistisches Leben gesehen werden, allerdings ist Fumio Sasaki schon ein extremer Minimalist mit äußerst wenig Besitz. In seiner 20 Quadratmeter Wohnung, die ihm zu groß ist, hat er wirklich nur sehr wenig Materielles, was im Bildband am Ende eindrucksvoll dargestellt ist. Ich sehe das Buch mehr als Anregung über bestimmte Themen noch einmal nachzudenken. Vieles hat mich auch bestätigt, in meinen Erfahrungen und Gefühlen bezüglich meines minimalistischen Lebens. Fumio Sasaki hat viele Dinge digitalisiert und damit eine Menge Daten erstellt – etwas, was für mich nicht wirklich in Frage kommt. Auch digitaler Ballast kann einen beschweren. Auch seine Vorliebe für Steve Jobs und Apple-Produkte kann ich aus ethischen Gründen nicht teilen – sind die Produktionsbedingungen von technischen Geräten nicht bei jeder Marke desaströs? Klar, Fairphone und Shiftphones arbeiten an fairer Technikherstellung, erzielen aber auch noch keine 100-prozentige Transparenz.

Für alle, die sich mit Ausmisten, Aufräumen und Loslassen auseinandersetzen wollen, ist das Buch „Das kann doch weg – Das befreiende Gefühl, mit weniger zu leben“ eine wahre Inspirationsquelle sein. Am Ende steht das Glück des einzelnen, ein Gefühl von Freiheit und Dankbarkeit im Vordergrund.

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