Buch-Tipp: Vegan Backen von A bis Z

Ich weiß noch genau, dass ich bei meiner Ernährungsumstellung auf vegan sehr frustriert war, wenn es ums Backen ging. Nie gelang das Backen so wie ich es wollte. Mal war es zu klebrig, mal zu trocken, Cremes wurden nicht fest und alles wirkte so kompliziert. Nach langer Backpause fing ich aber wieder an, zu experimentieren. Und nun habe ich ein Buch gefunden, das wirklich von Grund auf erklärt, wie veganes Backen gelingt. „Vegan Backen von A bis Z“ von Stina Spiegelberg ist wirklich ein gutes Standardwerk. #rezension

Wie so oft starte ich bei Rezeptbüchern erstmal mit der Auswahl der Rezepte, die ich als erstes ausprobieren will. Da zurzeit keine großen Tee- oder Geburtstagsgesellschaften möglich sind, entscheide ich mich mit Kleingebäck und Pralinen anzufangen. Dann folgt eine frische Panna-Cotta-Tarte mit Beeren und zum Familienbesuch gibt es einen typischen Rührteig in Form von einem Stracciatellakuchen. Und siehe da: alle Rezepte gelingen!

Die richtigen Zutaten finden

Das Geheimnis um die gelingsicheren Rezepte scheint sich zu lüften, als ich in den Theorieteil des Buches gucke. Das Kapitel zur Warenkunde öffnet mir quasi die Augen. Das nicht jedes Mehl beliebig austauschbar ist, sondern jede Sorte ganz bestimmte Bindeeigenschaften mit sich bringt, erklärt schon mal, warum es früher zu klebrigen oder trockenen Teigen kam. Aber auch die Auswahl vom richtigen Öl und die Wahl des Ei-Ersatzes machen viel aus. Soll es saftig werden, ist Apfelmark ganz gut. Aber auch Grieß hält Kuchen nach dem Abkühlen saftig, denn er speichert Feuchtigkeit. Und wer hätte gedacht, dass Tofu in pürierter Form auch im Kuchen für Fluffigkeit sorgen kann?

„In der veganen Backstube sollte Tapiokastärke nicht fehlen. Die aus der Maniokwurze extrahierte Speisestärke besitzt die bis zu 6-fache Bindung von Speisestärke und lässt sich damit gut für schnittfeste Kuchen und kleine Törtchen einsetzen“

Vegan Backen von A bis Z, S. 15

Diese und viele weitere Weisheiten zum veganen Backen werden in dem Buch „Vegan Backen von A bis Z“ ohne langes Erzählen kurz auf den Punkt gebracht. Wirklich toll, um immer mal wieder nachzuschlagen und auf einen Blick nochmal alle Infos zusammenzuhaben.

Vegan backen – alles ist möglich

Im Rezeptteil des Buches wird klar, dass die vegane Backküche keine Wünsche offen lässt. Es gibt Grundrezepte für Rühr-, Mürbe- oder Biskuitteig, verschiedene Füllungen, die sich kombinieren lassen. Jedes Kapitel lädt zu Neuentdeckungen ein. Egal ob Kekse, Kleingebäck, Kuchen und Tartes, Torten und Törtchen oder Pralinen – alles sieht köstlich aus und möchte unbedingt probiert werden. Im folgenden stelle ich meine Backerfolge aus dem Buch kurz vor:

Mandelhörnchen

Außen knusprig und innen noch schön weich, mit einem wundervollen Marzipanaroma – die Mandelhörnchen sind mir gleich beim ersten Mal gut gelungen. Das Rezept braucht auch keine fancy Zutaten. Es sind nur Mandeln, Puderzucker, Mandelmus, Haferdrink, Stärke und Zimt drin. Eine schöne dunkle Kuvertüre rundet das ganze ab. Auch hier hab ich beim Temperieren von Schokolade wieder einiges dazugelernt.

Die Zubereitungszeit ist mit 60 Minuten doch etwas aufwändiger. Auch das Formen der Hörnchen will geübt sein. Doch geschmacklich hat mich das Ergebnis voll überzeugt.

Schokoladenmousse-Törtchen mit Mangocoulis

Eine Schokomousse im Mürbeteigschälchen und on top fruchtige Mango, Minzblätter zur Abrundung – was für ein Gaumenschmaus!
Für die Schälchen hab ich den Mürbeteig auf der Rückseite einer Muffinform gebacken. Hierbei galt es etwas Feingefühl zu entwickeln, denn der Teig durfte nicht zu sehr gezogen werden, da er sonst beim Backen einreißt.

Da ich bisher keine gute aufschlagbare vegane Sahne gefunden habe, bin ich auf mein bewährtes Seidentofu-Schokomousse-Rezept ausgewichen. Dafür einfach Kakao und Seidentofu aufschlagen, kalt stellen und dann portionieren.

Das Mangotopping hat die Törtchen echt traumhaft lecker gemacht und die frische Minze war der Knüller!

Schade nur, dass der Mürbeteig die Feuchtigkeit der Mousse über Nacht schnell aufgenommen hat und brüchig wurde.

Kaffee-Trüffel

Mit einem Happs sind die im Mund und machen Lust auf mehr! Ich steh total auf Pralinen und was ist besser, als selbst welche zu zaubern und endlos davon naschen zu können?

Für die Kaffee-Trüffel kam Espresso, Mandelmus, Ahornsirup, vegane Schokolade, Kokosöl und Rosenwasser zum Einsatz. Eigentlich sollte Amaretto rein, aber den hatte ich gerade nicht da.

Die Zutaten werden einfach erwärmt und vermengen sich, kühlen dann für vier Stunden ab und können dann geformt werden. Super easy und garantiert chocolicious.

Panna-Cotta-Tarte

Frisch, fruchtig und perfekt für die sommerlichen Tage – die Panna-Cotta-Tarte mit einer Füllung aus Kokosmilch und Vanille.

Die Basis bildet ein Mürbeteig, der blindgebacken wird. Darauf kommt eine locker leichte Creme aus Kokosmilch, Vanille und Zucker. Den nötigen Stand ermöglicht Agar Agar und Stärke.

Da gerade Beerenzeit ist, hab ich einfach Erdbeeren und Blaubeeren draufgelegt. Einen Teil der Erdbeeren hab ich püriert und als Sauce dazugereicht. Einfach himmlich! Die Torte war ratzfatz weg.

Stracciatella-Kuchen

Ein klassischer Rührteig in der Kastenform mit extra cremiger Ganache!

Zu den Basics gehört wohl auch immer ein schneller Rührkuchen. Daher hab ich den Stracciatellakuchen gebacken. Beim Blick in die Zutatenliste fällt aber auf, dass der Kuchen alles andere als gewöhnlich ist. Mit Mineralwasser, Orangensaft und Naturtofu entsteht eine besondere Bindung. Der Teig ist fluffig ohne auseinanderzufallen.

Oben auf gibt es eine cremige Ganache aus Hafersahne und Kuvertüre. Haselnusskrokant gibt noch etwas crunch dazu.

Ich freue mich schon auf die nächsten Geburtstage und Anlässe, wo wir mit mehr Menschen zusammenkommen und ich noch mehr der tollen Backrezepte aus dem Buch ausprobieren kann.

Ich bedanke mich beim Ventil Verlag für das Zusenden eines Rezensionsexemplares.

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