Unverpacktes Frühstück

Manchmal ist es einfacher sich in kleinen Schritten dem Thema Nachhaltigkeit zu nähern. Wieso also nicht mal versuchen eine Mahlzeit am Tag verpackungsfrei zu gestalten? 

Als Beispiel hab ich mal mein heutiges Frühstück fotografiert:

  • Brot vom Bäcker – im eigenen Baumwollbeutel abgeholt
  • Tilsiter von denns Käsetheke – dort kann man sich Käse schneiden lassen und direkt ohne Papier ins eigene Gefäß legen lassen
  • Tomate, Gurke, Zwiebeln vom Wochenmarkt
  • Haferflocken, Zucker und Kaffeepulver von unverpackt
    Milch für den Kaffee in Pfandflaschen bei unverpackt
  • Joghurt mit Beerenmousse im Pfandglas bei Erdkorn gekauft 
  • Leitungswasser aus dem Wasserhahn

Wie frühstückt ihr? Ist euer Frühstück auch verpackungsfrei? Wer es momentan noch nicht schafft, könnte sich ja auch die Challenge stellen an einem Tag in der Woche verpackungsfrei zu essen…

App-Empfehlung: Too good to go

Viele Bäckereien oder Restaurants haben kurz vor Ladenschluss noch eine Menge Lebensmittel übrig, die sie meistens wegwerfen würden. Die App „Too good to go“ hilft dabei, die Lebensmittel zu retten.

In einer Karten- oder Listenansicht können App-Nutzer sehen, welche Läden mitmachen. Oftmals gibt es eine je nach Tagesangebot verfügbare Mixtüte aus den übriggebliebenen Lebensmitteln für 3-5 Euro. Bezahlt werden kann per Paypal. Wer eine Portion gekauft hat, kann diese in der angegebenen Uhrzeit, meist kurz vor Ladenschluss, vor Ort abholen.

Ich habe diese App getestet und kürzlich eine Tüte mit Backwaren für 3,50 Euro gekauft. Da ich nicht wusste, ob die Portion bereits verpackt ist, habe ich auch einen eigenen Beutel mitgenommen. Vor Ort hat der Ladeninhaber dann Backwaren aus der Auslage in meinen Beutel gefüllt. Leider hab ich dabei vergessen zu sagen, dass ich nur Vegetarisches möchte. Aber das merke ich mir für das nächste Mal. Insgesamt bekam ich reichlich Auswahl mit: eine Brezel, zwei belegte Brötchen, ein Croissant, ein Schokobrötchen und eine Mohnstange.

Minimalismus-Stammtisch

Seit Mitte 2016 gibt es einen Minimalismus-Stammtisch, initiiert von Fördegrün und Heimathafen Herz. Immer am zweiten Mittwoch eines Monats treffen wir uns um 19 Uhr in der Alten Mu, in der Thinkfarm. 

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Buchtipp: After Work

Nach dem Motto „Sinnvoll tätig sein statt sinnlos schuften“ hat Tobi Rosswog seine Perspektive auf die heutige Arbeitskultur zusammengefasst. Es geht darum, herauszufinden, was man selbst braucht und nicht in einem System zu verharren, dass einen geistig und körperlich verkümmern lässt.

Foto: oekom verlag

Ich hab Tobi Rosswog das erste Mal auf der Utopikon 2016 in Berlin gesehen. Meinen Nachbericht zur Veranstaltung findet Ihr hier: „Neue Wege gehen“. Es war eine Konferenz zum Thema geldfreier Leben und Utopien leben. Das nächste Mal traf ich Tobi bei einem Workshop hier in Kiel zum Thema Degrowth in der Arbeitsgruppe Minimalismus. Seine Vorträge fand ich immer sehr inspirierend, aber oft fehlte mir auch das ganzheitliche Bild zu seiner Perspektive. Das Buch, was er nun im Oekom Verlag veröffentlichte, bietet eine gut begründete Einsicht in das Thema moderne Arbeitskritik.

Warum arbeiten wir eigentlich? Viele würden sagen, weil wir Geld brauchen, um zu überleben, um Essen und Kleidung und Miete zu bezahlen. Oder auch um die Schulden durch unsere Ausbildung zu tilgen. Doch Geld wird oft auch genutzt, um Besitz anzuhäufen und die meisten Menschen definieren sich über ihren Besitz. Wer wären wir also ohne Arbeit? Wer ohne Geld oder Besitz? 

Nicht jeder ist glücklich mit seiner Tätigkeit im Beruf. Betrachtet man es ganz nüchtern, so sind viele Berufe nicht nur sinnfrei, sondern sogar umweltschädlich. Sinnentleerte Arbeit macht Menschen krank, Konkurrenzdenken und Stress macht Menschen krank, Leistungsdruck macht krank.

Der Kapitalismus zerstört die Erde. Unendlicher Wachstum in einer begrenzten Welt ist nicht möglich und doch konzentriert sich die Politik auf Wirtschaftswachstum und verspricht Arbeitsplätze zu schaffen.

Tobi Rosswog lädt an vielen Stellen im Buch dazu ein, sich auf Gedankenexperimente einzulassen und sich bestimmten Fragen einmal konkret zu stellen. Dazu gibt er Tipps für ein arbeitsfreieres Leben. Sich informieren, die eigene Lebenswirklichkeit reflektieren und überdenken, was man selbst im Leben braucht, sich mit Gleichgesinnten zusammentun und in Teilen bereits das zu leben, was man für richtig hält. Sei es Kleidung und Gegenstände mehr wertschätzen und reparieren, anderen Hilfe anbieten, Dinge tauschen und leihen, sich einer Solidarischen Landwirtschaft anschließen usw. Sich aber auch Zeit nehmen, um alles zu verarbeiten und sich zu entspannen. Wer über einen gewissen Zeitraum dranbleibt, kann so neue Gewohnheiten schaffen und hat auch Kraft, Schlechtes zu boykottieren und andere zu inspirieren.

Für jeden Lebensbereich stellt er die Alternativen vor, die ressourcenschonend und umweltfreundlich sind, weniger Geld kosten und somit freier machen von der Lohnarbeit. Im Kapitel danach werden Initiativen vorgestellt, die genau diese einzelnen Aspekte leben und zeigen, dass es geht. Dabei geht es gar nicht immer darum, dass diese Konzepte, wie Foodsharing, gesamtgesellschaftlich funktionieren sollen. Doch wer gerettete Lebensmittel zu sich nimmt, spart Geld und schafft damit mehr Freiheit und Zeit, um sich der Frage zu stellen, was man für die Gemeinschaft sinnvolles tun könnte. Was wollen wir in die Gesellschaft einbringen? 

Viele Ideen erscheinen gesamtgesellschaftlich unmöglich, weil wir vom kapitalistischen System so sozialisiert sind, dass es uns so vorkommt. Dass jeder das tut, was er möchte und was er kann, unabhängig von Ausbildung oder finanzieller Lage – das ist die Utopie, die Rosswog anstrebt. 

Zum Ende noch ein Zitat, was ich bei der Utopikon von ihm gehört habe:

„Utopien sind „unmögliche“ Vorstellungen von der Zukunft. Geht man einen Schritt auf sie zu, entfernen sie sich um einen. Auch wenn wir die Utopie nicht erreichen, so hilft sie uns einen neuen Weg zu gehen.“

Tag der Naturheilkunde in Kiel

Am Mittwoch, 3. Oktober, findet in der Pumpe der Tag der Naturheilkunde statt. Organisiert vom Naturheilverein Kiel gibt es bei freiem Eintritt eine Reihe von Vorträgen und Workshops. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Leben mit den Rhythmen der Natur“. weiterlesen

Buchtipp: Mäßigung

Foto: Oekom Verlag

Die heutige Gesellschaft lebt in der Maßlosigkeit. Jeder möchte immer mehr besitzen, anhäufen, verreisen, erleben und kaufen. Woher kommt dieses Bedürfnis nach immer mehr? Brauchen wir diese Zerstreuung wirklich? Thomas Vogel geht in seinem Buch „Mäßigung – Was wir von einer alten Tugend lernen können“ dem Phänomen nach und stellt heraus, dass ein Weg mit weniger kein Verzicht ist. weiterlesen

Informationstag zu Arbeit im Naturschutz

Anlässlich der Fairen Woche informieren der Ökomarkt Verein Hamburg und das Studentenwerk SH Studierende am 25. September in Kiel über einen ressourcenschonenden und gerechten Ernährungsstil. Zudem ist nachmittags ein Berufsforum zum Thema Arbeit und Ausbildung im Naturschutz geplant.

Am Dienstag, 25. September, ab 11.15 Uhr ist der Ökomarkt Verein mit einem Aktionsstand in der Mensa I. Hier geben die Mitarbeiterinnen des Vereins Tipps zu einer nachhaltigen Ernährungsweise mit Bio-Produkten. Die Studierenden erhalten Informationen zum ökologischen Landbau und erfahren dabei, wie eine Ernährung mit Bio-Produkten auch mit einem „kleinen“ Budget möglich ist und Ressourcen schont. Außerdem können die Studierenden spielerisch die Grundsätze des Fairen Handels kennenlernen.

Ab 14 Uhr startet das Vortragsprogramm zum Deutschen Naturschutztag. Es wird ein Überblick über die Entwicklung der Berufe im Naturschutz, Anforderungen sowie Beratungsmöglichkeiten bei der Studien- und Berufswahl gegeben.
Ab 15 Uhr stellen sich Ausbildungsstätten vor. Es gibtInfos zu Studium, Aus- und Weiterbildung, FÖJ, Bundesfreiwilligendienst, Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau, Studium an Universitäten und Fachhochschulen, das Referendariat der Landespflege und Weiterbildung zum Ranger und Naturführer.
Um 16.30 Uhr geht es dann um die Berufsfelder in Naturschutzbehörden, Fachbehörden im Naturschutz- und Infrastrukturbereich, Planungs-, Ingenieur- und Gutachterbüros, Forschung und Wissenschaft sowie Verbänden.

Das ausführliche Vortragsprogramm gibt es hier: www.deutscher-naturschutztag.de/tagungsprogramm/dienstag-2509/berufsfeld-forum.html

Vegetarisch leben – gute Fleischalternativen

Dass Massentierhaltung einer der größten Klimakiller ist, hat bestimmt schon jeder mal irgendwo gelesen. Das Methan, was die Tiere ausstoßen, erwärmt die Atmosphäre sogar noch mehr als das CO2, was sie ausatmen. Daher wird empfohlen Fleischkonsum zu reduzieren oder sogar ganz zu verzichten. Ich lebe seit Februar diesen Jahres vegetarisch und möchte nun meine besten Fleischalternativen mit euch teilen. #WerbungDurchProduktnennung weiterlesen

Bikini aus recyceltem Materialien

Vor kurzem bin ich auf einen Anbieter für Bikinis gestoßen, der ausschließlich Econyl als Material benutzt. Das ist recyceltes Nylon aus Plastikmüll. #WerbungDurchProduktnennung

Inaska Swimwear heißt das Label und macht auf mich einen guten Eindruck. Zudem gefällt mir die Passform der Bikinis, denn sie werben damit, dass der Bikini gut sitzt und nicht verrutscht. Bei meinem jetzigen Modell hab ich mich oft unwohl gefühlt und daher schon länger nach Alternativen gesucht. Allerdings lag die Preisspanne der meisten Bikinis bei 80 Euro aufwärts, so dass ich mir das nicht wirklich leisten konnte. Inaska Swimwear bietet Oberteile für 39,50 Euro an. Das ist auch sehr viel Geld, aber nach reiflicher Überlegung hab ich mir eins bestellt.

Positiv finde ich, dass der Bikini keinen Verschluss hat und optisch sehr schön aussieht. Hergestellt werden die Bikinis in Portugal. Irgendwie ist ja klar, dass es bei recycelten Materialien kein Bio-Siegel geben kann. Offen bleibt leider auch die Frage, ob die Schwimmkleidung fair produziert wird. Immerhin ist es in Europa.

Klar schwingt so ein bisschen Zweifel mit, weil ich etwas Neues gekauft habe und dazu auch noch online. Die anderen Kriterien haben mich allerdings überzeugt und der Bikini passt echt gut und sitzt einwandfrei.

NORDEN Festival

Viele Festivals etablieren Stück für Stück auch nachhaltige Bereiche – so auch das NORDEN Festival. Im grünen Pavillon wird es dieses Jahr um das Thema Abfallvermeidung und Alternativen gehen. Einige Projekte aus Kiel sind mit dabei.

Auf dem NORDEN Festival soll die kulturelle Vielfalt Schleswig-Holsteins und der Ostsee-Anrainerländer gefeiert werden. Geplant sind vom 30. August bis 16. September eine Reihe von Konzerten, Lesungen und Poetry-Slams auf den Schleswiger Königswiesen. Das vollständige Programm findet ihr hier: https://www.norden-festival.com/de/Program.html

Im Bereich Nachhaltigkeit haben die Organisatoren folgendes bedacht: der Strom wird zu 100 % Ökostrom sein, es wird kein Einweg-Plastikgeschirr geben, es gibt Pfandbecher, eine Mülltrennung und ökologisch verträgliche Reinigungsmittel. Auch die Gäste werden für eine umweltfreundliche Anreise mit de Bahn belohnt, indem sie 5 Euro Rabatt auf den Eintritt erhalten.

Im grünen Pavillon werden eine Reihe von Initiativen aus der Region einen Stand haben. Die Reste Ritter sind vor Ort, ein Projekt, das aus geretteten Lebensmitteln Marmeladen kocht. Umtüten ist dabei, ein Projekt, das wiederverwendbare Brot- und Brötchentüten entwickelt hat. Und viele weitere Akteure, die sich mit Abfallvermeidung auskennen und ihr Wissen gerne weitergeben.

In dem Grünen Pavillon werden am ersten Wochenende da sein: RENN.nord, Weltladen Kiel, Zu gut für die Tonne
Zweites Wochenende: Reste Ritter, Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg, BUND SH, Küstenbiene
Drittes Wochenende: Küstenbiene (nur am Sonntag), Baltic Environmental Forum, Umtüten, Küste gegen Plastik (Freitag) und Brot für die Welt