Biokunststoffe

erdbeerschale
Erdbeeren in Maisstärkeschale

Es sieht so aus wie Plastik, ist aber keins. Zum Beispiel die Tüten aus Zuckerrohr von Rossmann oder die kompostierbaren Erdbeerschälchen aus Maisstärke vom Naturhof-Stand auf dem Wochenmarkt. Hier ein paar Informationen zu den sogenannten Biokunststoffen.

Definition

Es gibt zwei Sorten von Biokunststoffen. Zum einen stärkehaltige Bioplastik, die unter bestimmten Bedingungen kompostierbar sein soll. Ein Bekannter von mir, der in einer Biomüllanlage arbeitet, äußerte hierzu allerdings große Zweifel, da sich in verschiedenen Tests nur geringe Mengen dieser Stoffe wirklich zersetzten.
Zum Anderen gibt es polyethylen-strukturähnliche Produkte, die aus nachwachsenen Rohstoffen, wie zum Beispiel Zuckerrohr hergestellt werden, aber nicht biologisch abbaubar sind. Im Jahr 2011 wurden laut … 1,2 Millionen Tonnen Kunststoff aus nachwachsenen Rohstoffen hergestellt, das sind 0,36% von der Gesamtkunststoffproduktion.

Verwendung
Biokunststoffe werden eingesetzt um Einkaufstüten, Getränkebecher, Obst- und Gemüseschalten, sowie Getränkeflaschen herzustellen. Coca Cola schreibt, dass sie bis 2016 alle ihre Flaschen auf Bioplastik umstellen wollen.

Das Für und Wider
Auf den ersten Blick scheinen diese Kunststoffe eine gute Alternative zu sein. Denn die Abbauzeit ist geringer als bei normalem Plastik. Die Produktion dieser Stoffe verursacht weniger CO2-Ausstoß und weniger Erdölverbrauch. Aber es gibt auch ein paar Gegenargumente:

  1. Während es auf der Welt immer noch Länder gibt, in denen Menschen hungern, verwenden die Industriestaaten Lebensmittel, um daraus Tüten herzustellen.
  2. Um ausreichend Rohstoffe zur Verfügung zu haben, werden meistens Monokulturen angelegt, die nicht nachhaltig bewirtschaftet werden und die Böden belasten
  3. Es gibt keine Recyclingsysteme in Deutschland für Bioplastik. Somit landen die nicht kompostierbaren Tüten im normalen Müll und werden nicht recycelt.
  4. Es muss mehr (Bio)Masse eingesetzt werden als bei klassischen Plastiktüten, daher ergibt sich eine schlechte Energiebilanz.
  5. Verpackungsfreier Einkauf und die Mehrfachverwendung von Stoffbeuteln sind wesentlich nachhaltiger. In Deutschland verbraucht jeder 65 Plastikbeutel im Jahr, das kann und muss reduziert werden.

Biokunststoffe sind also schon etwas umstritten.

Quellen: European BioplasticsLeben Ohne Plastik, DPA, Umweltbundesamt, Fraunhofer Institut,, ZeitVerbund kompostierbarer Produkte

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.