Papier nachhaltig nutzen

Auch wenn viele Rechnungen und wichtige Dokumente heutzutage online verschickt werden, so wird immer noch viel gedruckt. Papier wird allgemeinhin als selbstverständlich und endlos vorhanden betrachtet. Dabei ist zur Herstellung nicht nur Holz, sondern auch eine Menge Wasser und Energie notwendig. Wertvolle Ressourcen unserer Erde. Vor allem Unternehmen und Organisationen, die viel Öffentlichkeitsarbeit machen, drucken ihre Plakate, Flyer und Infobroschüren in hoher Stückzahl. Zum Glück gibt es immer mehr Druckereien, die klimaneutrales Drucken anbieten. Aber worauf sollte man am besten achten?

Der Unterschied
Für den Druck können Frischfaserpapiersorten oder Recyclingpapier genutzt werden. Laut Umweltbundesamt ist für die Herstellung von 200 Blatt Frischfaserpapier 50 Liter Wasser und 5 kWh Energie notwendig. Recyclingpapier benötigt nur die Hälfte der Energie und 33% der Wassermenge, zudem wird auch 2,2 kg Holz eingespart. Dabei ist Recyclingpapier nicht minderwertig, es ist in vielen Weißtönen erhältlich und steht dem Frischfaserpapier in nichts nach. Es sind zum Glück positive Entwicklungen im Verbrauch von Altpapier zu erkennen, der Anteil stieg von 49% (1990) auf 75% (2016). Auch bei den Druckfarben gibt es Unterschiede. Normale Farben sind mineralölbasiert, nachhaltiger sind aber Farben auf Pflanzenölbasis.

Das Land S-H als Vorreiter
Damit Verbraucher beurteilen können, wie viel Altpapier oder Frischfasern verwendet wurden, gibt es diverse Labels. Das bekannteste ist wohl der Blaue Engel. Produkte mit dieser Kennzeichnung enthalten mindestens 65% Altpapier. Laut der Initiative Pro Recyclingpapier hat sich die Landesverwaltung von Schleswig-Holstein fast vollständig auf Blauer-Engel-Papier umgestellt. Gerade im Verwaltungsbereich fällt ja viel Papierkram an. Im Jahr 2017 lag die Quote bei 92%!

Beide Seiten nutzen
Leider wird viel zu oft nur einseitig gedruckt. Ich erlebe es in unserer Redaktion auch jeden Tag. In Kiel gibt es ein Projekt, dass dem Wert des Papiers gerecht werden möchte – Sheetkladde. An verschiedenen Sammelstellen haben sie Boxen für einseitig bedrucktes Papier aufgestellt. Daraus fertigt das Team in Handarbeit Collegeblöcke und verkauft diese an ihren Aktionsständen. Bei jedem Druck sollte man überlegen, ob man das Dokument wirklich braucht. Ich habe vor zwei Jahren ungefähr Visitenkarten gedruckt, aber nur 30 Stück. Auch wenn 500 oder 1000 günstiger gewesen wären, so veraltet eine Visitenkarte auch nach einer gewissen Zeit und ganz ehrlich, so viele Karten verteile ich gar nicht.

Klimaneutral drucken mit Zertifikaten
Viele Druckereien haben Kooperationen mit Klimaausgleichsagenturen wie Climate Partner. So können Kunden bei jedem Druckauftrag das erzeugte CO2 durch Förderung von Klimaschutzprojekten, wie Baumpflanzungen ausgleichen. Das kostet etwas mehr, ist aber gut für die Umwelt. Eine dieser umweltbewussten Onlinedruckereien ist Viaprinto. Bis zum 29. März sind dort noch Klimaschutzwochen, sämtliche Produkte werden ohne Aufpreis klimaneutral gedruckt. Das gibt Anreize, dort drucken zu lassen. Der Versand kann dann mit GoGreen DHL erfolgen, ebenfalls durch Klimaausgleichszahlungen. Lesenswert ist auch dieses WhitePapier zum Thema „Klimaschutz in der Printbranche“ .

Ich selbst bin etwas skeptisch, was Ausgleichzahlungen angeht. CO2 vermeiden, erscheint mir sinnvoller, als es im Nachhinein auszugleichen. Doch gerade für Organisationen für die Öffentlichkeitsarbeit wichtig ist, die eine hohe Reichweite erreichen möchten, abseits der digitalen Welt, für die erscheint das der bessere Weg, um Papier sinnvoll zu nutzen.

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