Heimische Kräutertour

Manche Kräuter kennen wir, weil sie offensichtlich immer wieder zu sehen sind: Brennnessel bleibt aufgrund seines Nesselgifts in Erinnerung und der gute Löwenzahn ist auch von der Optik her einfach zu merken. Aber die Natur hält noch viel mehr Kräuter bereit. Um diese zu erkunden, hab ich an zwei Kräuterkursen im Naturerlebnisraum Kollhorst teilgenommen: Es gab eine Neun-Kräuter-Suppe und duftende Seifenbälle.

Es war eine richtige Sinnestour. „Nur vom Ansehen merkt man sich die Kräuter nicht“, meinte die Natur- und Landschaftsführerin Susanne Rieper. Die Blätter wurden zwischen den Fingern gerieben, der Duft eingeatmet und auch der Geschmack wurde direkt auf der Wiese getestet. Für die Suppe sammelten wir Girsch (hellgrüne Blätter), Gundermann (kräftiger Geschmack,lila Blüten), Scharbockskraut (gelbe Blüten), Liebstöckel (Maggi-Kraut), Spitzwegerich, Löwenzahnblätter, viele Brennnesseln und Klebkraut. Im Naturerlebnisraum Kollhorst sind keine Hunde auf den Wiesen unterwegs, daher kann man hier bedenkenlos Kräuter sammeln. Leider gibt es kaum noch Stellen, die hundefrei sind. Nach dem Sammeln kam die meiste Arbeit, das Waschen, die Auslese von Fehlgriffen und das Hacken der Kräuter. Brennessel wurden in der Suppe mitgekocht, die anderen kamen als Zugabe so auf den Teller. Die Suppe an sich hatte die Kursleiterin bereits vorbereitet: Kartoffeln, Pastinaken, Sellerie gekocht. Zusammen mit den gekochten Brennessel wurde alles püriert. Leider kam auch noch Sahne, Schmand und Gemüsebrühe dazu, was vielleicht unserem salzgewöhnten Gaumen gut schmeckte, aber die Erfahrung der Kräutersuppe für mich schmälerte. Nichtsdestotrotz fand ich den Nachmittag sehr schön und fühlte mich in dieser Gruppe von interessierten Kräuterfans sehr wohl.

Im nächsten Kurs zeigte Biologin Angelika Elak, wie man Kräuter für Seifen benutzen kann. Dafür hatte sie selbstgesiedete Seifen aus Sonnenblumen-, Raps- und Kokosöl dabei. Somit blieb uns das Sieden mit der Lauge erspart. Im Sinnesgarten suchten wir uns farbige und duftende Kräuter und Blüten. Ich hatte Scharbockskraut (gelb), Lavendel und Frauenmantel gesammelt sowie eine rosa Blüte, deren Name ich leider gar nicht weiß. Nach dem Reiben der Seifen in kleine Stückchen bekam jeder eine handvoll in seine Schale, konnte mit etwas Öl und ätherischen Öl die Duftnote bestimmen und seine Kräuter nach Belieben untermischen oder den fertigen Ball in Kräutern wälzen. Auch dieser Nachmittag war ganz wunderbar und machte mir viel Spaß. Natürlich wäre das Sieden an sich noch mal eine interessante Erfahrung, vielleicht versuch ich mal mein Glück.

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